Regen und Sonne

Regen erwartete zu Beginn die 9 Teilnehmer, die sich das volle Programm gönnten. Unerschrocken und in Regenschutz gehüllt, machten sie sich auf nach Willisau. Die Hoffnung, im Luzerner Hinterland schönes Wetter anzutreffen, wurde spätestens beim obligaten Halt an der Autobahnraststätte aufgegeben.

Der erste Tag

Angekommen in der Sportanlage wurden rasch die sehr kleinen Zimmer bezogen. Bei der Männerunterkunft hatte man lediglich 4 Betten pro Person zur Verfügung und gar 8 Betten bei den Frauen. Ein Gerangel war vorprogrammiert. Doch dies konnte niemanden abhalten voller Tatendrang am ersten Training teilzunehmen. Da es weiterhin regnete verblieb man den restlichen Morgen in einer Turnhalle. Nach einem kurzen, eher kopflastigen Einlaufen, durfte man sich im Speerwurf üben. Dank des Zukaufs von Indoor-Speeren, welche eher einem übergrossen Dartpfeil gleichen, konnte man diese Disziplin auch in der Halle trainieren. Ab 12 Uhr galt es, endlich den Magen zu stärken. Mit den selbst mitgebrachten Mahlzeiten gab es zwar ein kaltes, doch ausreichendes Mittagessen. Ein Cervelat fand jedoch nicht den Weg in die Speiseröhre und wurde trotz hartnäckigem Nachfragen einige Tage später leider im Müll entsorgt.

Das Nachmittagsprogramm begann mit einem kurzen Basketballspiel, was nicht jedem zusagte. Im darauffolgenden Indoor-Hochsprung-Wettkampf konnten keine Bestmarken geknackt werden. Womöglich lag dies an der mentalen Belastung in Anbetracht des angekündigten Dauerlaufes, welcher im Anschluss folgte. Der Trainingsleiter konnte durch seine gute und präzise Auskundschaftung alle Teilnehmer auf direktem Wege zum Vitaparcour führen. Zum Glück hatte der Regen etwas nachgelassen. Doch bei einigen blieb der Pessimismus so stark, dass sogar ein Schal mitgeführt wurde. Der Orientierungssinn lies bei einigen, während dem Absolvieren der Rennstrecke, zu wünschen übrig. Dank einem GUTen Helfer konnten zwei Personen knapp von einem Irrweg abgehalten werden. Nach der Rückkehr zur Turnhalle folgten Fusskräftigungsübungen, welche bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt hatten. Ein von Fuss geknüpfter „Mettmi“ Schriftzug aus Springseilen, wurde infolge Unleserlichkeit nicht fotografiert. Da die meisten Teilnehmer selbst mit der Hand unlesbares hinkritzeln, war dies keine sonderbare Überraschung.

Zur Erholung gönnten sich alle Teilnehmer am Abend einen entspannenden Plansch im Schwimmbad. Das Rätsel, warum die Wassertemperatur bei den vielen herumtollenden Kinder um 0.1 Grad anstieg, blieb bis zum Schluss ungeklärt. Um halb acht traf man sich zum Nachtessen bei der Tennishalle. Die servierte Portionengrösse sorgte für Gesprächsstoff, doch dank dem Nachschöpfen wurde schliesslich auch der grösste Kritiker satt. Später siegte die Faulheit und so blieben alle bei einem guten Bier und spannendem Jass in der Tennishalle, bis der Turnverein allein im Lokal war.

Der zweite Tag

Ausgeruht kamen am nächsten Morgen wieder alle in der Tennishalle zusammen, um gemeinsam zu Frühstücken. Die strahlende Persönlichkeit der Serviertochter zauberte bereits früh einigen ein Lächeln ins Gesicht. Schliesslich spielte auch das Wetter mit und so konnte während des ganzen Tages draussen trainiert werden. Auch drei neue Teilnehmer stiessen früh dazu und somit erhöhte sich die Teilnehmerzahl auf 12. Das Highlight am Samstagmorgen war der Sprint-Wettkampf, bei dem jeder sein Bestes gab. Darauf folgte ein weiteres Speerwurftraining, in welchem nun mit den echten Speeren geübt werden konnte. Eine Gruppe versuchte sich zudem im Fachtest und beschloss bereits die erste Zusammensetzung für das Turnfest.

Nach dem Mittagessen hatten einige noch überschüssige Energie, welche sie im Ringen zu kompensieren versuchten. Nach einem gescheiterten Versuch am Schwinger, verstummten die Stimmen immerhin zeitweise. Das Samstag Nachmittagsprogramm hatte es in sich. Der 6x 400 Meter Lauf strapazierte alle Muskeln. Doch die Läufer liessen sich nicht beirren und absolvierten die insgesamt 2,4 Kilometer souverän. Einige Teilnehmer, die eher als Sprinter bekannt sind, überzeugten so sehr, dass sie bereits als 800 Meter Läufer in Betracht gezogen werden. Auch dem Trainingsleiter wussten die Läufer zu gefallen. So sehr sogar, dass dieser noch einen 400 Meter Lauf alleine absolvierte.

Nach dem offiziellen Training begann das Plauschspiel im Sand. Für das kommende Beachvolleyball Turnier in Mettmenstetten musste noch geübt werden, schliesslich waren einige bereits angemeldete Teams dabei. Besonders ein Mixed Team war zu Beginn (zumindest von einer Seite her) noch unentschlossen, doch nach dem glamourösen Auftritt stand die Teilnahme als sicher fest. Dass der Tag sonnig und warm war zeigte sich am Abend. Gewisse Teilnehmer leuchteten am Abend rot vor sich hin. Böse Zungen meinten, eine Sonne sei untergegangen, dafür sei eine andere aufgegangen. Beim Nachtessen kamen dann noch die vier letzten Teilnehmer dazu, pünktlich vor der angekündigten Jahresmeisterschaft im Darts. Der Abend lies man in der Altstadt von Willisau ausklingen. Dabei erfreute man sich ab der heiteren Stimmung der bereits anwesenden Gäste. Die autoritäre Funktion des Trainingsleiters zeigte sich besonders bei der Disziplin unserer jüngsten Teilnehmerinnen. Durch ein Kopfnicken allein begaben sich diese ohne zu zögern auf den Rückweg, was natürlich unserem Oberturner gefiel. In einer weiter entfernten Bar wurde der Teamgeist noch etwas gefestigt. Einige litten dabei unter den Anstrengungen des Tages, wodurch die Augenlieder etwas lange ausgeruht wurden. Die Frage des Abends, ob der aus Holz bestehende Speisekartehalter im Bier schwimmen kann, blieb ebenfalls ungeklärt.

Der dritte Tag

Nach dem gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen folgte als erstes ein unerbittliches Einlaufen. Hierbei zeigte sich klar, welche Teilnehmer sich das volle und welche sich ein verkürztes Trainingsprogramm gönnten. Die darauffolgende Pendelstafette mochte zu Gefallen und erzielte eine sehr gute Wertung in Anbetracht der nicht mehr so spritzigen Leistungsfähigkeit einzelner Teilnehmer. Ob der Vorabend oder die brütende Hitze an der Verwirrtheit eines Teilnehmers Schuld war steht offen. Klar ist jedenfalls, dass beim Hochsprung ein Teilnehmer von der falschen Seite Anlauf nahm. Bemerkenswert ist hierbei, dass der Teilnehmer auch nach seinem ersten Sprung seinen Fehler nicht entdeckte. Erst als ihn andere Mitglieder höflich auf seinen Irrtum Aufmerksam machten, wurde ihm bewusst was beim vorausgegangenen Sprung schief lief. Bei der Fachtestgruppe sorgte eher ein ungewöhnlicher Gast für ein Schmunzeln. Während des Trainings setzte sich der Leggins und Badehose tragende Herr an den Spielfeldrand und sorgte für bissige Kommentare. Auch die nette Meinungsäusserung eines sonst sehr friedliebenden Teilnehmers, konnte ihn nicht zum Gehen bewegen. Doch als es Zeit für das Mittagessen war, verstand auch er, dass es Zeit war weiterzuziehen.

Ein Rugby zum Auslaufen und fertig war das Trainingswochenende. Nach der speditiven Abgabe der Zimmer machten sich alle auf, um die Heimreise anzutreten. Frenetisch wurde die Gruppe von einem älteren Turnvereinpaar inklusive Nachwuchs, bei der Turnhalle Gramatt, empfangen.

Zum Schluss

Das Trainingsweekend war sicherlich hilfreich für die Vorbereitung auf das anstehende Turnfest und war wie immer ein flauschiges Zusammensein. Die Technik in den einzelnen Disziplinen konnte ebenso wie der Zusammenhalt unter den Teilnehmern gefestigt werden. Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich hierbei nochmals für die gute Organisation und Durchführung bedanken und freue mich bereits auf das nächste Mal.

TV Mettmenstetten